Sound-Trip der besonderen Art: unser Besuch in der Elphi

IMG_4217

Auch wenn der Bau der Elbphilharmonie kontroverse Reaktionen hervorgerufen und die Hamburger Bevölkerung gespalten hat – rund zweieinhalb Jahre nach der Eröffnung ist das Wahrzeichen aus der Hafencity nicht mehr wegzudenken. Und: Der Run auf Karten ist immer noch groß. Wir hatten das Glück, Tickets für Father John Misty (yay!) im Großen Konzertsaal zu ergattern. Wie es war, wie wir die Elphi und das Drumherum fanden, verraten wir euch hier.

Das Gebäude

Ja, es war sauteuer. Ja, die Errichtung hat ewig gedauert. Aber hey, das Ergebnis lässt wohl niemanden kalt: Die Hamburger Elbphilharmonie ragt majestätisch zwischen Backstein- und Klinkerbauten, Schiffen und Kränen am Hafen hervor und macht schon aus hunderten Metern Entfernung ordentlich Eindruck. Drinnen geht es imposant weiter.

IMG_4227

Allein die Fahrt mit der Rolltreppe (bekannt als Tube) hoch zu den Konzertsälen ist ein besonderes Erlebnis: Mit gedrosseltem Tempo wird man durch den harmonisch ausgeleuchteten Gang befördert, auf dessen Wänden tausende große Pailletten funkeln, und landet schließlich auf der Plaza, die nicht nur die Grenze zwischen dem unteren Backstein-Teil und dem oberen Glas-Teil des Gebäudes markiert, sondern zugleich eine gigantische Aussichtsplattform ist: Hier kann man in luftiger Höhe einmal um die Elbphilharmonie herum spazieren. Wer mag, holt sich dazu noch einen Drink aus der Bar und setzt sich ganz kosmopolitisch auf eine der Outdoor-Sitzgelegenheiten.

IMG_4235

Doch das absolute Highlight wartet natürlich tief im Herzen der Elbphilharmonie: Der große Konzertsaal ist ein mehrgeschossiges Raumwunder, in dem 2.100 Menschen auf unterschiedlichen Ebenen Platz finden und das durch seine geschwungene Formen besticht. Charakteristisch hier ist neben einer riesigen Orgel, die zwischen den Sitzreihen eingebaut ist, die wabenähnliche Wand aus Gipsfaserplatten. Wofür die gut ist, lest ihr im nächsten Punkt.

Die Akustik

Klar, ausgeklügelte Architektur allein macht noch lange keinen guten Sound. Aber die Kombination aus akustisch förderlichen Materialien und Oberflächen sowie Musiker*innen, die was drauf haben, ist einfach ein Gewinn für die gesamte Hörerschaft. Im großen Konzertsaal der Elbphilharmonie wurden daher die bereits oben genannten Gipsfaserwände eingebaut, deren Oberfläche aus lauter wabenförmigen Löchern besteht. Diese Wandverkleidung, die auch „Weisse Haut“ genannt wird, sorgt dafür, dass die Schallwellen im ganzen Raum perfekt übertragen werden, sodass man auch in der hintersten obersten Ecke ein optimales Klangerlebnis hat. Heißt im Klartext: Selbst auf den billigsten Plätzen ist der Sound hervorragend – sofern fähige Leute auf der Bühne stehen. Der Auftritt von Father John Misty mit der Neuen Philharmonie Frankfurt im großen Konzertsaal war jedenfalls solch eine gute Kombination.

IMG_4259

Das Programm

Egal ob Klassik, Jazz, Indie oder Electronica: Das Programm in der Elbphilharmonie ist gut durchmischt. Hochkultur trifft hier auf Underground, Krawatten und Abendkleider sind genauso oft gesehen wie Turnschuhe und Hochwasserhosen. Ganz offensichtlich möchte die Elbphilharmonie keine elitäre Einrichtung, sondern ein Konzertraum für alle sein. Auch Festivals und diverse Schwerpunkt-Reihen stehen hier auf dem Programm. Und: Alle Altersgruppen werden angesprochen, auch Kleinkinder (Funkelkonzerte).

Die Toilettensituation (!)

Dieser Punkt mag euch merkwürdig erscheinen, aber tatsächlich scheint es nicht nur bei uns ein Thema gewesen zu sein – googelt einfach mal „Elbphilharmonie Toilette“. Das Problem: Zumindest vor den Frauentoiletten sind die Warteschlangen meterlang, weil es nur zwei Kabinen pro Toilette gibt. Kurz vor Beginn der Vorstellung, wenn erfahrungsgemäß alle nochmal aufs Klo rennen, kommt es dann auf allen Etagen zu Staus. Daher hier ein Geheimtipp an euch, von dem wir auch gerne schon vor unserem Besuch erfahren hätten: Auf der 13. Etage soll es laut unserer Recherchen mehr als nur zwei Kabinen pro Frauentoilette geben.

Hotel-Tipp für einen Besuch in der Elbphilharmonie: 25hours Hotel HafenCity

Wer aus Köln kommt, verbindet den Besuch in der Elbphilharmonie meist mit einem Kurztrip nach Hamburg. So taten es auch wir und waren mit unserer Unterkunft, dem 25hours HafenCity, mehr als happy: Das Hotel liegt mitten im namensgebenden aufstrebenden Viertel, zwischen geschichtsträchtigen Speicherhäusern, in die höhe schießenden Neubauten und Baustellen, auf denen die nächsten architektonischen Highlights entstehen, und gerade einmal zehn Gehminuten von der Elphi entfernt.

IMG_4260

Die Nähe zum Hafen spiegelt sich im gesamten Hotel wider: Schiffstaue, Streifenshirts, maritime Farben wie in den Tiefen des Meeres, Seemannskultur – all das findet man nicht nur im Offensichtlichen, sondern auch in vielen liebevollen kleinen Details. Neben den superbequemen Betten hat uns besonders die Ruhe gefallen, denn die Zimmer sind wirklich gut isoliert, sodass man durch nichts gestört wird und sich wirklich erholen kann.

IMG_4193

Das Hotel punktet außerdem mit einer Hafensauna im 6. Stock mit Blick auf den Hafen, einem sehr guten Frühstücksbuffet, dem Mare Kiosk mit ausgesuchten Produkten wie Bildbänden, Magazinen, Feinkost, Beauty- und Geschenkartikeln sowie einem Fahrrad- und MINI-Verleih. Doch unser persönliches Highlight des 25hours HafenCity ist der Vinyl-Raum im Wohnzimmer in der 1. Etage, in dem man sich zwischen massiven Holzregalen und Vintage-Teppichen zurücklehnen und ausgewählte Platten hören kann. Ein Traum für alle Musik-Nerds!

IMG_4254

Kommentare sind geschlossen.