Neu im Kino: The Dead Don’t Die

TDDD_FP_00144_RJim Jarmuschs neuester Film widmet sich dem Ende der Welt. Durch Fracking im Norden hat sich die Erdachse verschoben – die Folge: Eine Zombie-Apokalypse bricht aus…

Die beiden Streifenpolizisten des Dörfchens Centerville – gespielt von Adam Driver und Bill Murray – merken auf einer scheinbar endlosen Suche nach einem Huhn, dass etwas nicht in Ordnung ist. Es bleibt länger hell und auch das Smartphone scheint sich wie von Geisterhand entladen zu haben. Was folgt ist eine Zombie-Apokalypse und ein nahezu aussichtloser Kampf ums Überleben…

Bei der Auswahl an Schauspielern verlässt Jarmusch sich auf Hochkaräter wie Bill Murray, Tilda Swinton, Adam Driver, RZA, Iggy Pop, Steve Buscemi und Tom Waits, die alle schon in anderen Jarmusch-Filmen zu sehen waren.

Jim Jarmusch es geschafft, einen Film zu machen, der an popkulturellen Referenzen kaum zu übertreffen ist. „The Dead Don’t Die“ stellt eine Hommage an die Blütezeit des amerikanischen Zombiefilms dar. So ist der Filmtitel Curtis Harringtons gleichnamigem Werk aus dem Jahr 1975 entliehen. Auch auf George A. Romeros soziopolitische Zombiefilme wird in „The Dead Don’t Die“ Bezug genommen.

Überzeichnete Stereotypen wie die Cleveland Hipster, verschlafene Polizisten, Zombies mit Smartphone (Smombies), rassistische Rednecks und RZA als WUPS-Lieferbote geben dieser düsteren Dystopie eine Leichtigkeit, die es schafft, gerade nicht albern und beliebig zu wirken – wie viele Zombiesatiren der 2000er.

Dabei handelt es sich bei „The Dead Don’t Die“ um keinen Film, der versucht, irgendetwas neu zu erfinden, sondern vielmehr um eine Collage, die pointiert, vielschichtig und in gewohnter Jarmusch-Manier entschleunigt und zeitgleich ungewohnt politisch daherkommt.

USA, Regie: Jim Jarmusch, Start: 13. Juni 2019

(Text: Frank Hagemann, Bild: Fredrick Elmes / Focus Features  © 2019 Image Eleven Productions, Inc.)

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