Konzerttipp: Lee Ranaldo & Disappears

13. Juni 2012

Nachdem im Herbst letzten Jahres durch die Trennung von Kim Gordon und Thurston Moore nicht nur eine der bekanntesten Ehen in der Musikszene endete, sondern auch Sonic Youth auf unbestimmte Zeit stillgelegt hat, wandten sich alle Mitglieder eigenen Projekten zu.

Ähnlich wie bei den Beatles, ist es nun der unbekanntere Gitarrist, der mit dem stärksten Soloalbum in Erscheinung tritt: Zwar hat Lee Ranaldo bereits 10 experimentelle Alben rausgebracht, jedoch ist das neue Werk „Between The Times And The Tides“ das erste mit poppigen Songs. Auch wenn man hier die Vorgängerband noch heraushört, stellt dies die Qualität der Platte keineswegs in den Schatten. Die Songs funktionieren einfach, weil sie gut geschrieben sind und unheimlich eindringlich, aber nicht aufdringlich, daherkommen – ebenso wie Lee Ranaldo selbst.

Live wird er von Sonic Youth Drummer Steve Shelley unterstützt, der mit seiner Band Disappears fast zeitgleich zu Lee Ranaldo das dritte Album „Pre Language“ veröffentlichte und die erste Konzerthälfte bestreitet. Wer die Gelegenheit hatte, die Disappears im März im King Georg zu sehen, weiß, dass guter Krautrock nicht nur made in Germany sein muss.

So wird man am 04.07. im Gebäude 9 ganz sicher keine gebrochenen Rockstars finden, die ihre Songs herunterleiern und ihrer alten Band nachtrauern, sondern fabelhafte Musiker, die nichts mehr beweisen müssen und das spielen können, was sie wollen: verdammt gute Songs.

Live: 4. Juli 2012, Gebäude 9, Deutz-Mülheimer-Str. 127 – 129, Einlass: 20 Uhr

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