Bonjour Bordeaux – Städtereise in die Weinhauptstadt

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Kurztrip nach Frankreich? Als Kölner*in denkt kommt einem da automatisch als erstes Paris in den Sinn. Doch wir haben ein paar Schritte weiter gedacht und sind für euch nach Bordeaux gereist. Die Metropole im Südwesten Frankreichs ist bei Einheimischen, Urlaubern und Winzern nicht nur für ihr ausgesprochen mildes Klima bekannt – auch kulturell und kulinarisch hat Bordeaux jede Menge zu bieten. Außerdem liegt die Atlantikküste mit malerischen Surfstränden und der größten Sanddüne Europas direkt vor der Haustür. Lest hier nach, wie überraschend einfach die Anreise per Zug ist und welche Highlights wir in der Weinhauptstadt entdeckt haben.

HINKOMMEN:

Nicht erst seit der „Fridays for Future“-Bewegung hat Fliegen einen bitteren Klima-Beigeschmack. Und mal ehrlich: Warum sich den Flughafenstress antun, wenn es nicht sein muss? Was viele nicht wissen: Bordeaux ist supereinfach und schnell per Zug zu erreichen. Rund fünfeinhalb Stunden Fahrtzeit und schon ist man vor Ort – inklusive Zwischenstopp in Paris, denn von Köln aus geht es zunächst mit dem Thalys zum Gare du Nord. Von dort kommt man in wenigen Minuten mit der Metro 4 zum Gare Montparnasse, von wo aus der TGV nach Bordeaux fährt. Preislich ist das Ganze auch kaum zu toppen, wenn ihr früh genug bucht: Von Köln nach Paris gibt es bei Thalys Tickets ab bereits 35 Euro. Die TGV-Fahrkarte von Paris nach Bordeaux ist schon ab 25 Euro zu haben.

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RUMKOMMEN:

Bordeaux hat ein gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz. Busse und Bahnen fahren in kurzen Abständen, sodass man überall schnell hinkommt. Direkt auf dem Bahnhofsvorplatz hält zum Beispiel der Bus C, der um das Zentrum herum zirkuliert und die wichtigsten Stationen ansteuert, von denen aus sich die Stadt super erkunden lässt. Empfehlenswert bei einem längeren Aufenthalt ist eine 10-er-Karte für Bus und Bahn oder der Bordeaux City Pass, mit dem ihr unbegrenzt alle Transportmittel der TBM nutzen könnt und freien Eintritt in viele Museen erhaltet.

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UNTERKOMMEN:

Wie in allen Städten ist auch in Bordeaux das Übernachten im Zentrum relativ teuer. Aber dank der guten Verkehrsanbindung ist es auch kein Problem, etwas außerhalb unterzukommen. So waren wir zum Beispiel in einer Airbnb-Wohnung im Vorort Cenon untergebracht, der nur wenige Straßenbahnstationen von der Altstadt entfernt liegt. Wenn ihr lieber mittendrin sein wollt und auf hippe Boutique Hotels steht, dann wird euch das Mama Shelter mit seiner beeindruckenden Dachterrasse sicherlich gefallen.

UNSERE HIGHLIGHTS:

Le Miroir d’eau

Der Place de la Bourse, der direkt an der Garonne liegt, ist ja schon imposant genug, aber die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit hier – und das Wahrzeichen von Bordeaux – ist der über 3.000 qm große Miroir d’eau: Wenn hier das Wasser aus dem Boden zischt und den Untergrund erst in ein riesiges Plantschbecken für Groß und Klein und dann in einen gigantischen Spiegel verwandelt – spätestens dann kann man dem Charme dieser Stadt nicht mehr widerstehen. Vor allem im Sommer bietet der Miroir d’eau nicht nur eine faszinierende Kulisse, sondern auch wohltuende Abkühlung.

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Das Viertel Saint Michel

Ein bisschen Rom, ein bisschen Osteuropa, ein bisschen Orient – das Viertel Saint Michel hat viele Facetten und ist vor allem eins: authentisch und voller charmanter Details. Anders als in der Altstadt sind die Gebäude nicht extra für Touristen herausgeputzt, sondern zeigen sich stolz mit all ihren Macken und alten Fassaden, zwischen denen pittoreske Cafés und Restaurants sowie Vintage-Läden herausstechen. Mittelpunkt und Namensgeber des Viertels ist die Basilika Saint Michel, die zum UNESCO Weltkulturerbe zählt.

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Jeden Sonntag findet rund um die Kirche der Flohmarkt Les Puces de St Michel statt, auf dem ihr allerlei alte Schätzchen von Möbeln über kleine Utensilien bis hin zu Klamotten findet. Ebenfalls voller Antiquitäten und Vintage-Stücken sind die Les Brocanteurs du Passage, wo es allerdings hochpreisiger zugeht.

Für Kaffee, Kuchen und andere Kleinigkeiten empfehlen wir euch das gemütliche kleine Excuse My French Café. Vor allem der Cheesecake ist ein Traum! Auch für gut befunden: Wild Note Vegan Burger. Hier gibt es leckere fleischlose Burger und ganze Menüs zu fairen Preisen. Auch der angesagte Beyond-Meat-Burger steht auf der Speisekarte. Wem der Sinn eher nach italienischen Spezialitäten steht, sollte die Pizzeria & Cucina Poggetti aufsuchen, wo köstliche Pizzen im neapolitanischen Stil, Pasta, Salate, Tiramisu und weitere Leckereien auf den Tellern landen. Super für Abends zum Essen und Trinken ist das Central Do Brasil. Hier gibt’s neben brasilianischer Küche und Cocktails auch regelmäßig Live-Musik.

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Kitchen Garden

Noch ein Restaurant-Tipp für Vegetarier: Der Kitchen Garden ist wunderschön eingerichtet und bietet zudem eine kleine Außenterrasse an einem belebten kleinen Platz in der Altstadt von Bordeaux. Healthy Food wird hier groß geschrieben: Auf der Karte stehen zum Beispiel leckere Bowls, Salate, Burritos, gesunden Säfte, hausgemachte Limonaden und süße Snacks.

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Place du Parlement

Mitten in der Altstadt von Bordeaux liegt dieser kleine Platz, den wir sofort in unser Herz geschlossen haben. Mit einem Brunnen in der Mitte und umgeben von Restaurants, einem Buchladen und Eiscafés lässt es sich hier schön entspannen – auch, wenn es mal etwas voller ist. Unbedingt probieren: Eis von O Sorbet d’Amour. Bei der riesigen Auswahl an Sorten kann man sich zwar kaum entscheiden, aber bei der tollen Qualität kann man eh nichts falsch machen.

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Shake That

Keine Frage: Dieser Laden mit seiner himmelblauen Fassade und den bunten Blumen rund um die Eingangstür sticht inmitten des sandsteinfarbenen Altstadt-Gemäuers direkt ins Auge. Und auch das Konzept ist etwas Besonderes: Hier gibt es Milch-Shakes wie aus dem Schlaraffenland. Aber auch Smoothies, Kaffee, Trinkschokolade und andere Köstlichkeiten, die einen aus dem Nachmittagstief holen. Nicht gerade günstig, aber für etwas Besonderes blättert man ja gerne auch mal etwas mehr hin.

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Nationaloper Bordeaux

Zugegeben, wir haben es leider nicht geschafft, uns eine Vorstellung in der Nationaloper anzusehen, aber alleine das Gebäude von außen zu bewundern, ist schon ein Event und ein architektonisches Highlight. Tagsüber herrscht hier zwar sehr viel Gewusel aufgrund der umliegenden Shopping-Meilen, aber vor allem am Abend, wenn der Prachtbau in warmem Licht erstrahlt, sollte man sich diesen Spot und die Atmosphäre nicht entgehen lassen.

Cité du Vin

Vor drei Jahren bekam Bordeaux endlich das Museum, das es verdient: In der Cité du Vin dreht sich nämlich alles um Wein. In einem beeindruckenden Bauwerk, das mit runden fließenden Formen besticht, können Dauer- und Sonderausstellungen besucht werden, 19 Themenmodule erzählen auf unterhaltsame Weise von der Kulturgeschichte des Weins, der Herstellung und vielem mehr. Ein richtiges Highlight ist der Aussichtspavillon – nicht nur wegen des Blicks über Bordeaux, sondern auch, weil ihr hier Weine aus der ganzen Welt verkosten könnt.

Szenetreff Darwin

Im Viertel La Bastide am Ufer der Garonne wurde eine alte Kaserne wiederbelebt. Hier befindet sich das kreative Zentrum Darwin, in dem sich die alternative Szene austobt. Street Art, fairer Kaffee, Craft Beer, Bio Food, Skate-Rampen, Paletten-Liegestühle, Vintage-Möbel – das und vieles mehr erwartet euch in diesem D.I.Y.-Space. Hier lässt es sich locker einen ganzen Tag aushalten.

AUSFLUGSTIPP:

Dune du Pilat

Rund 65 km von Bordeaux entfernt liegt die höchste Düne Europas: die Dune du Pilat. Und sie ist nicht zu unterschätzen: Der Aufstieg ist wirklich mühsam – vor allem im Sommer, wenn die Sonne knallt und weit und breit kein Schatten ist. Aber es lohnt sich! Die Aussicht ist atemberaubend und am Ende lockt das Wasser des Atlantik zur Abkühlung. Tipp für alle, die mit dem Auto anreisen: Wenn ihr die Avenue des Dunes am nördlichen Zipfel der Düne entlangfahrt und am Ende der Straße parkt, spart ihr euch einen Teil des Aufstiegs. Wer mit dem Zug anreist: Vom Bahnhof Arcachon aus fahren Busse zur Dune du Pilat.

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